Janinas Biathlonkarriere begann auf Skirollern. Ihr Vater hatte ihr, als sie zehn Jahre alt war, zu Weihnachten Langlaufski versprochen – doch in jenem Winter gab es keinen Schnee, sodass Janina im Frühjahr ein paar Roller bekam, auf denen sie sich ausprobieren konnte.
Es gefiel: Mit zwölf Jahren trat die Schwarzwälderin in den SC Schönwald ein und trainiert seitdem regelmäßig. 2012 wechselte sie auf das Sportinternat in Furtwangen, wo sie 2014 Abitur machte. Danach ging es in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau weiter. Wenn Janina nicht auf Lehrgängen unterwegs ist, trainiert sie hauptsächlich in Freiburg und am Notschrei.
2015 debütierte die damals 18-Jährige bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Minsk international. Mit zwei Top-10- und einem Top-15-Ergebnis machte sie auf sich aufmerksam. 2016 startete Janina zum ersten Mal im IBU-Cup. Im Jahr darauf wurde der IBU-Juniorcup ins Leben gerufen, in dem Janina bei ihrem ersten Rennen Zweite im Einzel wurde.
In ihrer zweiten kompletten IBU-Cup-Saison feierte die Sportsoldatin 2019 im Sprint von Lenzerheide als Dritte ihren ersten Podestplatz. Zwei weitere folgten sowie die Silbermedaille mit der Mixed-Staffel bei den Europameisterschaften in Minsk. Als Vierte der IBU-Cup-Gesamtwertung durfte sie zur Belohnung beim Weltcup-Finale in Oslo an den Start gehen.
In der Saison 2019/20 startete Janina zunächst im IBU-Cup. Zum Weltcup im französischen Annecy stieg sie noch im Dezember ins Weltcupteam auf. Auf der Pokljuka stand die Schwarzwälderin schließlich mit der Mixed-Staffel als Dritte zum ersten Mal auf dem Weltcup-Podest. Kurz darauf ging sie im italienischen Antholz bei ihren ersten Weltmeisterschaften an den Start.
Im von der weltweiten Corona-Krise überschatteten Winter 2020/21 konnte Janina einen großen Sprung nach vorne machen: In ihrer ersten kompletten Weltcupsaison lief die Sportsoldatin insgesamt dreimal in die Top-Ten. Zunächst kam sie als einzige fehlerfreie Schützin im Massenstart von Hochfilzen auf Rang 10. Wenige Wochen später war es im Einzel von Antholz sogar Platz 5. Über die Saison wurde Janina zum festen Bestandteil der Damen-Staffel und stand in Oberhof gemeinsam mit Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Franziska Preuß erstmals ganz oben auf einem Weltcuppodest. Wenige Wochen später folgte bei ihren zweiten Weltmeisterschaften ihr bis dahin größter Erfolg: WM-Silber mit der Staffel auf der Pokljuka. In der Weltcup-Gesamtwertung arbeitete sich die Schwarzwälderin von Rang 66 im Frühjahr 2020 auf Platz 22 vor.
Janina konnte in der Saison 2021/22 nicht ganz an die Leistungen der vorangehenden Saison anknüpfen. Sie nahm neben Weltcuprennen an einigen IBU-Cups teil, bei denen sie mehrfach aufs Podest lief. Ihr großes Ziel, Teil der Olympiamannschaft zu sein, konnte sie nicht realisieren. Zum Ende der Saison konnte Janina mit einem achten Rang beim Weltcup in Oslo noch einmal zeigen was in ihr steckt.
Im Frühjahr 2022 heiratete Janina ihren Freund Kai und heißt jetzt Hettich-Walz.
Im Winter 2022/23 startete Janina zunächst im IBU-Cup in die Saison - und das mit einem zweiten Platz und einem Sieg sehr erfolgreich. In Annecy stieß sie deshalb wieder zum Weltcupteam dazu. Im Weltcup konnte sie sich im Saisonverlauf steigern. Bei der Heim-WM in Oberhof gehörte sie zum deutschen Kader und bestritt drei WM-Rennen.
Die Saison 2023/24 war Janinas bis dato erfolgreichste: Mit vier Einzel-Top-Ten-Resultaten und zwei Staffel-Podestplatzierungen bis zur WM zeigte sie bereits vor dem Saison-Highlight ihr großes Potenzial. Dennoch überraschte die Schwarzwälderin bei den Titelkämpfen in Nove Mesto viele als sie mit 20 Treffern im Einzel die WM-Silbermedaille gewann. In der anschließenden Staffel durfte sie darüber hinaus gemeinsam mit Selina Grotian, Vanessa Voigt und Sophia Schneider die Bronzemedaille bejubeln. Sie schloss die Saison mit drei Top-Ten-Ergebnissen in Canmore ab - darunter ihre erste Einzel-Podestplatzierung im Weltcup (Rang 2 im Massenstart). In der Weltcup-Gesamtwertung belegte Janina den zehnten Platz.
Im Frühjahr 2025 stieg Janina nach ihrer Babypause wieder ins reguläre Training in Vorbereitung auf die Saison 2025/26 ein und blieb weiterhin Teil der Lehrgangsgruppe 1a des DSV. Bei den Deutschen Meisterschaften im September am Arber gab sie mit zwei Siegen im Einzel und Sprint sowie Silber in der Verfolgung ein starkes Wettkampf-Comeback. Aufgrund dieser Leistungen und ihrer Darbietungen bei den schwedischen Eröffnungsrennen Mitte November in Idre wurde sie für den Auftakt der Weltcupsaison in Östersund nominiert. Am ersten Weltcup-Wochenende zeigte sie gute Leistungen in der Frauen- und in der Mixed-Staffel, die jeweils das Podium knapp verpassten. In den Einzelrennen belegte sie die Plätze 17, 37 und 15, wobei sie vor allem im Stehendschießen noch zu viele Fehler schoss. Auch bei der zweiten Station in Hochfilzen wurde sie im Sprint mit vier Schießfehlern nur 54., konnte sich dann aber in der Verfolgung um 20 Plätze verbessern. Mit der Staffel erreichte sie als Dritte das Podium. In Le Grand-Bornand folgten die Plätze 37 und 18. Nach dem Jahreswechsel wurde Hettich-Walz in Oberhof mit der besten Laufleistung ihrer Karriere und nur einem Schießfehler Sechste im Sprint – womit sie die Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele erreichte. In der anschließenden Verfolgung fiel sie auf Platz 17 zurück; mit der Staffel wurde sie zum zweiten Mal in der Saison Dritte. In der Folgewoche in Ruhpolding konnte sie läuferisch nicht an die Leistungen der bisherigen Saison anknüpfen und belegte die Plätze 44 und 48. Den Weltcup in Nové Město ließ sie aus, um sich gezielt auf die Vorbereitung für die Olympischen Spiele zu konzentrieren.
Bei den Olympischen Spielen in Antholz erlebte Janina einen bittersüßen Höhepunkt ihrer Saison. Im Einzel startete sie und zeigte eine solide Leistung. In der Staffel lief das deutsche Team auf den vierten Platz – eine knappe Medaille verpasst. Im Massenstart belegte sie mit zwei Liegend- und zwei Stehendfehlern den 17. Platz. Nach den Olympischen Spielen kehrte Janina in den Weltcup zurück. In Kontiolahti überzeugte sie mit einem starken neunten Platz im Einzel bei nur zwei Stehendfehlern – ihr bestes Einzelresultat der Saison. Im Massenstart folgte Rang 17, in der Staffel lief das deutsche Team auf Platz 16. In Otepää zeigte sie im Sprint einen fehlerfreien Auftritt und lief auf den hervorragenden vierten Platz – ihr bestes Weltcup-Einzelergebnis der Saison. In der Verfolgung fiel sie mit drei Schießfehlern auf Platz 26 zurück. Beim abschließenden Weltcup-Finale in Oslo belegte sie im Sprint Rang 23, steigerte sich in der Verfolgung auf Platz 16 und krönte die Saison im Massenstart mit einem starken zehnten Platz bei lediglich zwei Stehendfehlern.
I
Janina hat eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder. Die Familie war schon immer begeistert vom Biathlon, sodass Janina beschloss, eine Profikarriere einzuschlagen.
Erste Weltcup-Platzierung: 2019 Oslo 44. SP
Erste Weltcup-Top-Ten: 2020 Hochfilzen 10. MS
Bisherige Weltcup-Top-Ten: 13
Weltcup-Gesamtwertung:
2024: 10.
2023: 30.
2022: 37.
Sponsoren:
Das Handwerk, Josef Günther GmbH, Blumen Längle
Ski: Fischer Schuhe: Fischer Stöcke: One Way Brille: Oakley Handschuhe: Roeckl